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  Höchste Sicherheitsstufe Im Bundestag

The Spiegel
September 22, 2011

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,787789,00.html

Benedikt XVI. im Plenarsaal: Begeisterter Empfang durch die Abgeordenten



Benedikt XVI. ist im Bundestag ans Rednerpult getreten. Zuvor hatten ihn die Abgeordneten mit langem Applaus begrüßt. Verfolgen Sie Rede und Reaktionen im Liveticker.

+++ "Wie erkennen wir, was Recht ist?" +++



[16.53] Der Papst fragt: "Wie erkennen wir, was recht

ist? Wie können wir zwischen Gut und Böse, zwischen wahrem Recht und Scheinrecht unterscheiden?" Für ihn bleibt "die salomonische Bitte die entscheidende Frage, vor der der Politiker und die Politik auch heute stehen."

+++ "Wende mich auch als Landsmann an Sie" +++



[16.49] Papst Benedikt bedankt sich für die Einladung in den Bundestag:

"Sie erkennen damit die Rolle des heiligen Stuhls als Partner an". Außerdem spielt er auf seine deutsche Herkunft an: "In dieser Stunde wende ich mich an Sie, verehrte Damen und Herren - gewiß auch als Landsmann, der sich lebenslang seiner Herkunft verbunden weiß und die Geschicke der deutschen Heimat mit Anteilnahme verfolgt."

+++ Der Papst tritt ans Rednerpult +++



[16.48] Der Moment ist da: In wenige Sekunden wird Benedikt XVI. seine Rede an den deutschen Bundestag beginnen.

+++ SPD-Politiker Schwanitz: "Stimmung ist bestens" +++



[16.44] Der SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Kanzleramtsminister Rolf Schwanitz ist einer der prominentesten und lautstärksten Boykottierer des Papstauftritts im Bundestag. Er steht in diesen Minuten auf der Gegen-Demo auf dem Potsdamer Platz und sagt: "Ich bin hier inmitten von Tausenden und die Stimmung ist bestens."

+++ Bundestagspräsident Lammert begrüßt den Ehrengast +++



[16.40] Vor der Rede des Papstes wendet sich Bundestagspräsident Norbert Lammert an die Abgeordneten. "Viele Menschen in Deutschland, nicht nur engagierte Katholiken und Protestanten, empfinden die Fortdauer der Kirchenspaltung als Ärgernis", so Lammert.

+++ Papst betritt den Saal - unter Applaus +++



[16.38] Die Abgeordneten haben sich erhoben, unter lautem Beifall betritt Benedikt XVI. den Plenarsaal.

+++ Eintrag in das Goldene Buch +++



[16.34] Benedikt XVI. hat sich in das Goldene Buch des Bundestages eingetragen. Laut Protokoll soll der Papst in vier Minuten mit seiner Rede beginnen, zwischen 30 und 40 Minuten sind dafür eingeplant.

+++ Demo startet am Potsdamer Platz +++



[16.31] Auf dem Potsdamer Platz setzt sich der Protestzug der Papst-Gegner in Bewegung. Es sind offenbar deutlich weniger als die angekündigten 20.000 Demonstranten. Sie halten Schilder mit Aufschriften wie "Kondome ohne Reue" oder "Ich begehre die Sünde" in die Luft. Von einem Hochhaus werden Flugblätter abgeworfen, die sich an die "Ungläubigen" richten.

+++ Päpstlicher Konvoi trifft ein +++



[16.25] Langsam steigt die Spannung: Die Wagenkolonne mit dem Kirchenoberhaupt erreicht in diesem Moment den Osteingang des Reichstags. Bundestagspräsident Norbert Lammert begrüßt den Papst, der sich nun auf den Weg in den Plenarsaal macht.

+++ Plenarsaal füllt sich nur langsam +++



[16.20] Nach und nach treffen die Abgeordneten ein, doch noch ist der Saal kaum gefüllt. Offenbar verschiebt sich der Zeitplan ein wenig, noch soll auch Papst Benedikt XVI. nicht im Gebäude sein. Eigentlich hätte er schon gegen 16.15 Uhr eintreffen sollen.

+++ Durchsage: Fenster und Türen sind geschlossen zu halten +++



[16.06] Die Polizei des Bundestages gibt über die Lautsprecheranlage der Bundestagsliegenschaften folgende Durchsage: "Die Nutzer der zur Paul-Löbe-Allee und Friedrich-Ebert-Platz gelegenen Büros werden dringend gebeten, bis 18 Uhr die Fenster zu schließen und geschlossen zu halten. Bitte halten Sie sich auch nicht im Nahbereich der Fenster auf. Nur so können jegliche Missverständnisse bei den eingesetzten Sicherheitskräften ausgeschlossen werden. Bitte haben Sie Verständnis für diese Maßnahmen, die der Sicherheit des Gastes dient. Ende der Durchsage." Zum ersten Mal kam diese Durchsage gegen 15.30 Uhr und wurde später noch einmal wiederholt.

+++ Boykott: SPD-Vize-Fraktionschefin bleibt der Rede fern +++



[15.58] Eine von vielen Politikern, die heute nicht in den Reichstag gekommen sind, ist Elke Ferner. Die stellvertretende SPD-Fraktionschefin sitzt mit ihren Mitarbeitern in einer Bürobesprechung - das wird sie auch tun, wenn der Papst in einer knappen halben Stunde im Plenum erscheint. Warum sie dem Papst-Auftritt im Bundestag fernbleibt, begründet sie so: "Ich kenne die Haltung der katholischen Amtskirche und des Papstes zu wichtigen Punkten - und da hier kein Dialog, sondern ein Monolog geplant ist, muss ich da nicht dabei sein."

+++ Letzte Vorbereitung: Bundestag wird durchsucht +++



[15.45] Im Bundestag laufen die Vorbereitungen auf den Besuch des Papstes auf Hochtouren. Am Vormittag gab es noch eine letzte Plenarsitzung, seitdem ist das Gebäude fest in der Hand der Sicherheitskräfte. Mit Spürhunden durchkämmen sie das Parlament auf der Suche nach Gefahrenquellen. Es gilt die höchste Sicherheitsstufe.

Um 16.45 Uhr soll Benedikt XVI. eine Rede im Bundestag halten. Das Manuskript, so heißt es, habe das Kirchenoberhaupt komplett selbst verfasst, über den Inhalt ist noch nichts bekannt.

Im Vorfeld hatte es massiven Widerstand gegen die Rede gegeben. Etwa hundert Abgeordnete von Linken, SPD und Grünen haben angekündigt, die Rede von Benedikt zu boykottieren. Sie halten den Auftritt des Papstes im Parlament für unvereinbar mit der religiösen Neutralität des Staates, werten ihn gar als "Missbrauch des Parlaments".

Lücken im Saal soll es dennoch nicht geben: Die leeren Stühle sollen noch vor der Ankunft des Papstes mit Besuchern gefüllt werden.

+++ Protest auf der Straße +++



[15.30] Gegner der Papstvisite haben massive

Proteste angekündigt. Rund um den Bundestag sind die Sicherheitsvorkehrungen massiv erhöht.

Benedikt XVI. war um 10.16 Uhr mit einer Maschine der italienischen Fluggesellschaft Alitalia

auf dem Flughafen Berlin-Tegel gelandet

. Dort wurde er von Bundespräsident Christian Wulff, Kanzlerin Angela Merkel und Kirchenvertretern in Empfang genommen. Kurz darauf fuhren der Papst und sein Gefolge zum Schloss Bellevue, wo ihn Wulff offiziell begrüßte.

Dort hatte sich der Papst auch zum ersten Mal öffentlich geäußert - und die zunehmende

Gleichgültigkeit gegenüber der Religion beklagt

. Die Religion sei eine der "Grundlagen für ein gelingendes Miteinander", so das Kirchenoberhaupt. Bei seinem Deutschlandbesuch wolle er in erster Linie Menschen begegnen und über Gott sprechen.

 
 

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