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Annäherung Im Streit Um Personalakten

The Katholisch
July 23, 2012

http://www.katholisch.de/Nachricht.aspx?NId=7014

Ein Forschungsprojekt zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche soll mehr als 100.000 Personalakten überprüfen.

Kriminologe Christian Pfeiffer spricht von "Missverständnis"

Hannover - In den Streit um die Auswertung personenbezogener Daten von katholischen Priestern für die Missbrauchs-Studie der Deutschen Bischofskonferenz kommt offenbar Bewegung. Der Vorsitzende des bei der Studie federführenden kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, Christian Pfeiffer, sprach auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch in Hannover von einem "Missverständnis". Es sei durch eine unzureichende Information der Priester ausgelöst worden.

Pfeiffer: Unzureichende Kommunikation

Nach einem Gespräch mit dem "Netzwerk katholischer Priester" erwarte er eine Beilegung des Konflikts, so Pfeiffer. Das Netzwerk hatte in einer Erklärung vor einer Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Priester gewarnt. Die geplante Datenerhebung setzte die Mehrheit der Priester, Diakone und Ordensleute "einem öffentlichen Generalverdacht im Hinblick auf sexuellen Missbrauch" aus, so der Vorwurf. Die Bischofskonferenz hatte diese Vorwürfe als "unbegründet" zurückgewiesen.

Pfeiffer sagte nun, er habe Verständnis für die Kritik, da das Forschungsprojekt und die Datenschutzregeln unzureichend kommuniziert worden seien. Dies werde nun von den Bistümern nachgeholt. Das Konzept sehe vor, dass lediglich Täterakten an das Forschungsinstitut weitergeleitet würden. Die Sortierung der Personalakten in den Bistümern sollten Mitarbeiter der Ordinariate übernehmen. Lediglich in Zweifelsfällen würde ein ehemaliger Richter zu Rate gezogen, indem ihm anonymisiert der betreffende Fall geschildert werde.

"Wir sind keinesfalls für Täterschutz, wir sind nur gegen generelle Verdächtigung aller Priester", betonte Netzwerksprecher Guido Rodheudt gegenüber KNA. Die durch das Projekt entstandenen Irritationen hätten das Verhältnis zwischen Priestern und Bischöfen belastet. Dennoch sei er nun zuversichtlich, dass es bald einen Dialog gebe, aus dem ein zufriedenstellendes Ergebnis entstehen könne.




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