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Nicht Gut, Aber Gerecht

By Daniel Deckers
Frankfurter Allgemeine
November 18, 2013

http://www.faz.net/aktuell/politik/tebartz-van-elst-nicht-gut-aber-gerecht-12669991.html

Eines ist seit Montag sicher: Die Hamburger Justiz hat Papst Franziskus die Entscheidung uber die Zukunft des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst nicht abgenommen. Hatte das Amtsgericht die beiden falschen Aussagen an Eides statt namlich so gewichtet wie die Staatsanwaltschaft und einen Strafbefehl erlassen, hatte der Vatikan den rechtskraftig verurteilten Bischof – nach bisheriger Ubung – aus dem Amt entfernen mussen. Nun aber richtet sich alle Aufmerksamkeit auf ein Geschehen in Limburg, das seit Monaten unter dem Codewort „Bischofshaus“ Ratsel aufgibt.

Wie in Hamburg, so geht es auch in Limburg um das (wohlwollend formuliert) flexible Verhaltnis des Geistlichen zur Wahrheit – doch nicht nur darum. Denn die absichtliche Verschleierung der Kostenexplosion und die Irrefuhrung der Offentlichkeit durch falsche Tatsachenbehauptungen uber die Hohe der Bausumme mogen das Vertrauen in die moralische Integritat des Bischofs unwiederbringlich zerstort haben, wie Domkapitel und Diozesanversammlung einmutig feststellen. Justitiabel ist dieses Verhalten nicht – und fur den Papst offensichtlich kein Grund, an Tebartz-van Elst ein Exempel zu statuieren.

Dessen Schicksal hangt am seidenen Faden einer Kommission, die bis Ende Januar alle Entscheidungswege und Verantwortungsebenen rekonstruieren soll, die bei der Beanspruchung von mindestens 31 Millionen Euro aus dem Vermogen des Bischoflichen Stuhls im Spiel waren. Bis der Papst entscheidet, durfte es Fruhjahr werden. Weitere Monate konnten vergehen, ehe die Limburger Staatsanwaltschaft ihre Schlusse gezogen haben wird. Diese lange Ungewissheit tut keinem der Beteiligten gut. Aber das Verfahren ist gerecht – und damit ein Beitrag zur Rechtskultur in der Kirche.

 

 

 

 

 




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