Im Geheimen

DEUTSCHLAND
Frankfurter Allgemeine

12.01.2013 · Die katholische Kirche wollte Missbrauch aufarbeiten – mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Das ist gescheitert. Kein Wunder. Denn es geht um mehr als persönliche Befindlichkeiten.

Von Philip Eppelsheim

Anderthalb Jahre ist es her, dass die Katholische Kirche Deutschlands mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) ein Forschungsprojekt auf den Weg brachte, um den „sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“ zu untersuchen. In dieser Woche ist das Projekt mit einem großen Eklat gescheitert. Der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts, Christian Pfeiffer, wirft der Kirche Zensur vor, sogar Aktenvernichtung. Die Kirche wehrt sich: Pfeiffer sei maßlos, das Vertrauensverhältnis zerrüttet. Eine Schlammschlacht, ausgetragen von Alphatieren: hier der medienerfahrene und selbstbewusste Forscher, dort die Katholische Kirche.

Die Ursache dieses Streits ist jedoch nicht das Gebaren der ehemaligen Forschungspartner. Es geht mittlerweile zwar auch um persönliche Befindlichkeiten, aber angelegt ist das Zerwürfnis schon in dem Vertrag,…