DEUTSCHLAND
Die Tagespost
Von Regina Einig
Gäbe es ein Ranking für kirchliche Institutionen, die das Übel von sexuellem Missbrauch und Gewalt gegenüber Minderjährigen glaubwürdig aufarbeiten, so käme Kloster Ettal einer der vorderen Plätze zu. Seit drei Jahren stellt sich der Konvent ohne Selbstschonung einem dunklen Kapitel seiner Geschichte. Die Einsicht, dass Entschädigungszahlungen und Therapien das Geschehene nicht ungeschehen machen, hatte in Ettal sichtbare Konsequenzen. Deutlich wurde das an der Art und Weise, wie sich der Konvent beispielsweise in der Fastenzeit mit den Fehlern der Vergangenheit auseinandersetzte und an der internen Kommunikation im Kloster arbeitete.
Die Benediktinermönche in Ettal sind heute weit davon entfernt, einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen. Kloster, Schule und Internat sind nach dem Jahr 2010 nicht mehr wie vorher. Auch die in dieser Woche vorgestellte Studie (Seite 5) wurde vom Kloster in Auftrag gegeben und bezahlt. Die guten Früchte der Aufarbeitung sind nicht zu übersehen. Der Ettaler Opferverein hat das nicht verschwiegen und billigt dem Kloster zu, was katholischen Institutionen öffentlich in der Regel bewusst oder unbewusst verweigert wird: Anerkennung für ihre Aufklärungsarbeit in puncto sexueller Missbrauch.
Note: This is an Abuse Tracker excerpt. Click the title to view the full text of the original article. If the original article is no longer available, see our News Archive.