ROM
Spiegel
Von Barbara Hans
Aufklärer oder Vertuscher: Bei der Wahl des neuen Papstes ist ein Thema von besonderer Bedeutung, der Umgang mit sexuellem Missbrauch. Der Skandal brachte die Kirche in Misskredit, die Kardinäle in Rom schwanken zwischen Offenheit und Leugnung. Wer vertritt welche Position?
Das Thema bestimmte die Agenda, bevor es überhaupt richtig losgegangen war in Rom. Der schottische Kardinal Keith O’Brien hätte eigentlich gemeinsam mit 115 anderen Kardinälen in der Sixtinischen Kapelle das neue Kirchenoberhaupt wählen sollen, doch dann holte ihn die Vergangenheit ein. Genauer gesagt: einige “unangemessene” Annäherungsversuche, die Geistliche nun, Jahre später, publik gemacht hatten.
Sex und Zölibat vertragen sich nicht gut, zumindest dann nicht, wenn sie öffentlich werden. O’Brien trat zurück und die Kirche sprach wieder einmal über ihren Umgang mit der Sexualmoral und die Verfehlungen von Geistlichen, die ihre Macht und Untergebene missbrauchten. Vor dem Konklave hatte die Kirche erneut ein Glaubwürdigkeitsproblem, weil einer ihrer obersten Würdenträger Moral mit Doppelmoral verwechselte.
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