Jesuit Hans Zollner zu sexuellem Missbrauch von Kindern

DEUTSCHLAND
Weser Kurier

[Father Hans Zollner, Jesuit and psychology professor at the Pontifical Gregorian University in Rome, coordinates the Center for Child Protection at the university. Zollner said the Holy See has not delivered 14 years of the required reports to the United Nations so he knew the UN report would be unpleasant. He said Pope Benedict XVI tightened the rules of how abuse cases are handled.]

„Kirche hält Fälle nicht geheim“
Herr Zollner, sind Sie von der Schärfe des UN-Berichts überrascht, der dem Heiligen Stuhl weiterhin schwere Versäumnisse im Hinblick auf sexuellen Missbrauch von Kindern attestiert?

Hans Zollner: Der Heilige Stuhl hat 14 Jahre nicht die geforderten Berichte geliefert, insofern wussten alle, dass es unangenehm werden würde. Auch mit Enttäuschungen und berechtigtem Ärger wurde gerechnet. Am Anfang des Berichts ist der Ton: Ihr habt eure Hausaufgaben nicht gemacht, aber ihr gebt euch Mühe. Dann folgen allerdings schwere Vorwürfe.

Trifft der Vorwurf zu, die Kirche sei mehr an der Wahrung des eigenen Rufs interessiert, als die Interessen der Opfer zu verfolgen?

Auf die Vergangenheit bezogen stimmt das. Aber heute ist das anders. Der Heilige Stuhl hat sich erstmals dem UN-Komitee gestellt. Benedikt XVI. hat die kirchliche Gesetzgebung verschärft, immer wieder Missbrauchsopfer getroffen und um Verzeihung gebeten. Franziskus hat eine Kommission zu diesem Thema angekündigt. Die Glaubenskongregation hat eindeutig gesagt, dass die Gesetze in dem jeweiligen Land eingehalten werden müssen, ohne Wenn und Aber.

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